Bücher- Blog für alles aus den Genres Fantasy, Horror, Crime/Krimi und Thriller. Meine gelesenen Bücher- für euch rezensiert, Berichte von Events, Lesungen, Messen etc.
Montag, 28. Mai 2018
Anja Bogner- Bülent Rambichler und die fliegende Sau
Ich gebe es ja zu: der knuffige Wolpertinger auf dem Cover hatte mich schon weichgekocht und für das Buch eingenommen, noch bevor ich eine einzige Seite gelesen hatte.
Aber dieses putzige Wesen, das uns da mit schwarzen Knopfäuglein vom Cover aus anstarrt soll hier nicht vom Inhalt ablenken! Also zusammengerissen und das Buch besprochen:
Anja Bogner legt mit "Bülent Rambichler und die fliegende Sau" ihren ersten Regionalkrimi um den fränkischen Ermittler mit dem türkischen Vornamen vor. Und der hat ein schweres Los!
Eigentlich schiebt er gerne eine ruhige Kugel bei der Nürnberger Mordkommission und kümmert sich dort um alte Fälle, schön viel Ruhe, nur Akten, kein Stress. Dummerweise ändert sich das an dem Tag, als in seinem Heimatdorf Strunzheim die Metzgereifachverkäuferin Kerstin Rummsler, genannt "Gelbwurst- Pflunzn", zu Tode kommt. Sein Chef spricht ein Machtwort und Bülent muss mit seiner Kollegin Astrid im Heimatdorf ermitteln, was ihm gewaltig stinkt. Schlimmer wird es als Bülents übereifriger Vater ein Polizeibüro im Gartenhäuschen einrichtet, Bülent sich mit Landjugend und Dorfrentnerschaft rumschlagen muss und auch Astrid hat als Veganerin im Saure- Zipfel- Land kein leichtes Leben.
Das alles könnte schwermütig, dumpf und deprimierend sein. Ist es aber nicht! Kein Bisschen! Anja Bogner verpackt ihren Krimi in einen rustikal- fränkischen Stil und mischt die Ermittlungsarbeit mit allerlei humoristischen Szenen auf und authentisch ist es auch noch. Jedes Dorfkind erkennt in ihrem Buch hier und da Erinnerungsfetzen des eigenen Dorflebens, seien es der Klatsch und Tratsch, der sich immer mit Lichtgeschwindigkeit verbreitet, entgleiste Parties der Dorfjugend oder die Originale im Dorf, die jeder kennt.
Diese Originale sind hier auch herauszuheben. Anja Bogner hat so unglaublich authentische, witzige und einzigartige Charaktere erschaffen, dass bei mir nach dem ersten Buch die emotionale Bindung schon da ist und ich der reihe treu bleiben werde.
Das Buch ist absolut flüssig geschrieben, man fliegt nur so durch die Geschichte und die vielen türkischen Sprichworte am Kapitelanfang sind ein kleines Schmankerl.
Dieser Krimi kann nicht nur empfohlen werden, er MUSS empfohlen werden. Ein absolutes Highlight des Regional- Krimi- Genres. Rita Falk sollte sich besser warm anziehen, denn Anja Bogner macht sich mit Bülent Rambichler auf einen guten Weg ihr und ihrem Franz Eberhofer ebenbürtig zu werden.
Montag, 21. Mai 2018
Andreas Suchanek - Ein M.O.R.D.s- Team Band 4 - Das Echo des Schreis
Mit dem vierten Hardcover der Reihe beendet Andreas Suchanek den
ersten Fall und klärt (fast) alles auf. Wer jetzt dekt, man könne danach
einfach weiterschweifen und nichts mehr von M.O.R.D.s- Team lesen, der
irrt. In diesem Band wird bereits deutlich welche weiteren Geheimnisse
in der Unterwelt von Barrington Cove lauern und dass es noch mindestens
einen weiteren ungelösten Fall für die vier Highschool- Ermittler gibt.
Der zweite Fall steht vor der Tür!
Aber
auch hier, am Ende des ersten Falls spart der Autor (mal wieder) nicht
mit extremen Cliffhangern, unvorhersehbaren Wendungen und einer
Auflösung des Falls (wer ermorderte Marietta King?) die ich so wirklich
nicht erwartet hätte. Es gab zwar in den Vorgänger- Bänden Andeutungen,
aber diese Person als Täter, das hätte ich nicht gedacht!
Kurzum: es ist wieder alles vorhanden was Fans der Serie mögen:
Action, Rätsel und Mysterien, Witz und vier zielstrebige Teenager die
bereits sind alles zu riskieren um dem Mörder auf die Schliche zu
kommen. Auch aus dem Leben der Clique der 84er erfährt man mehr.
Montag, 7. Mai 2018
Das dunkle Herz der Welt - Liliana le Hingrat
Was schon Troja zum Verhängnis wurde, war auch Jahrhunderte später ein
Problem und ist es bis heute. Der Volksmund sagt nicht umsonst dass man
von einem schönen Teller nie allein isst. Bei Vladislav Basarab Draco,
Sohn des ehemaligen Fürsten der Wallachei, und seinem ungarischen
Schwertbruder Janos Hunyadi, ist die schöne Clara der Zankapfel, der die
beiden besten Freunde zu erbitterten Feinden werden lässt. Sowohl der
bereits verheiratete Vladislav als auch sein Freund Janos hoffen darauf,
dass die Dame ihrem Charme verfällt und daraus entbrennt der Streit.
Liliana Le Hingrat (der Name ist übrigens kein Pseudonym!) hat einen extrem gut recherchierten, wie auch fesselnden Historienroman geschrieben. Er ist angereichert mit allerlei Fakten und Details ohne aber jemals zu sachlich zu sein, oder einen mit den Fakten zu erschlagen. Dem Buch habe ich es zu verdanken, dass ich jetzt ein bisschen gebildeter bin, was diese Epoche in Osteuropa angeht, die Existenz der Kirchenburgen war mir vorher z.B. noch gar nicht bewusst! Jetzt habe ich selbst ein bisschen gegoogelt und werde sie mir unbedingt einmal selbst ansehen, der Rumänien- Urlaub ist gebucht!
Zum Stil des Buches kann ich sagen, dass es einen wirklich in seinen Bann zieht. Es ist gut und flüssig geschrieben. Der einzige kleine Minuspunkt den ich bemängeln würde ist, dass die Dialoge und die Anreden manchmal etwas wirr sind. Es werden kurz hintereinander verschiedene Begriffe und Anreden für ein und dieselbe Person gebraucht (Fürst, Drachenritter...), das erschwert manchmal kurz den Lesefluss wenn man kurz überlegen muss, wer gemeint ist und im Zweifelsfall den Absatz nochmal liest. Das Buch ist also für "Häppchenleser" wie mich, die zwar oft aber immer nur wenige Seiten am Stück lesen, von daher manchmal ein harter Brocken.
Das Cover ist auch sehr ansprechend, es ist stimmig und gut zum Thema passend. Die großflächige Verwendung des warmen Rottons macht es zu einem Eyecatcher.
Insgesamt kann ich diesem Buch meine unbedingte Empfehlung aussprechen für alle Freunde historischer Romane, insbesondere für jene die gern auch mal etwas lesen, dass nicht ganz so einfach ist wie Romane a la "Wanderhure".
Liliana Le Hingrat (der Name ist übrigens kein Pseudonym!) hat einen extrem gut recherchierten, wie auch fesselnden Historienroman geschrieben. Er ist angereichert mit allerlei Fakten und Details ohne aber jemals zu sachlich zu sein, oder einen mit den Fakten zu erschlagen. Dem Buch habe ich es zu verdanken, dass ich jetzt ein bisschen gebildeter bin, was diese Epoche in Osteuropa angeht, die Existenz der Kirchenburgen war mir vorher z.B. noch gar nicht bewusst! Jetzt habe ich selbst ein bisschen gegoogelt und werde sie mir unbedingt einmal selbst ansehen, der Rumänien- Urlaub ist gebucht!
Zum Stil des Buches kann ich sagen, dass es einen wirklich in seinen Bann zieht. Es ist gut und flüssig geschrieben. Der einzige kleine Minuspunkt den ich bemängeln würde ist, dass die Dialoge und die Anreden manchmal etwas wirr sind. Es werden kurz hintereinander verschiedene Begriffe und Anreden für ein und dieselbe Person gebraucht (Fürst, Drachenritter...), das erschwert manchmal kurz den Lesefluss wenn man kurz überlegen muss, wer gemeint ist und im Zweifelsfall den Absatz nochmal liest. Das Buch ist also für "Häppchenleser" wie mich, die zwar oft aber immer nur wenige Seiten am Stück lesen, von daher manchmal ein harter Brocken.
Das Cover ist auch sehr ansprechend, es ist stimmig und gut zum Thema passend. Die großflächige Verwendung des warmen Rottons macht es zu einem Eyecatcher.
Insgesamt kann ich diesem Buch meine unbedingte Empfehlung aussprechen für alle Freunde historischer Romane, insbesondere für jene die gern auch mal etwas lesen, dass nicht ganz so einfach ist wie Romane a la "Wanderhure".
Samstag, 5. Mai 2018
Liebe, Tod und Tofu - Margot Jung
Traue keinem Buch, das einem Blogger auf der Leipziger Buchmesse gegen eine Rezension geschenkt wird...
Ja, eine alte Weisheit, hat sich leider mal wieder bestätigt.
In Margot Jungs Krimi "Liebe, Tod und Tofu" geht es um die Fernsehköchin Francesca Carlotti. Diese macht sich auf den Weg in die Berge um dort in einem Hotel einen Kochkurs zu geben, daraus wird aber leider nichts. Just als sie bei Weltuntergangswetter direkt auf dem Hotelparkplatz in einen harmloseren Autounfall verwickelt wird, geht eine Mure ab, das Tal ist von der Außenwelt abgeriegelt. Mit ihr sind nur eine Handvoll Gäste im Hotel, unglücklicherweise unter anderem ihr Ex- Mann mit seiner neuen Flamme und dessen alte Fußballfreunde. Und dann geschieht auch noch ein Mord...
Warum hat mir dieses Buch nicht so gut gefallen?
Nun, fangen wir mal beim Plot an sich an. Die Idee des Mordes, wenn die potentiellen Verdächtigen alle bekannt sind, ist nicht neu. Nur hier reiht sich viel zu viel Zufall und Deus Ex Machina aneinander. Es schaffen es z.B. alle aus dem Kreis des "Mannschaftsrat" genannten Ex- Fußallerkreis ins Hotel, natürlich auch noch Francescas Sohn und Tochter und die Neue vom Ex, aber kein einziger Kochkurs- Teilnehmer oder sonstiger Hotelgast. Klingt unwahrscheinlich. Insbesondere der Grund warum Francescas Sohn da ist, wirkt extrem herbeifabuliert (klar, wenn ein Teenager Stress hat, dann fährt er zu Mama "auf die Arbeit" statt einfach nach Hause). Aber irgendeinen Grund braucht man ja, damit der Bub, für ein bissl mehr Familienchaos in der Geschichte, halt da ist. Und so geht es in der Geschichte immer nicht so ganz glaubwürdig weiter...
Die Zeichnung der Charaktere ist auch alles andere als fein. Francesca ist eine deutschlandweit bekannte Fernsehköchin- was qualifiziert sie dazu? Sie hat mal in einer Bar gejobbt und hat dann einen Fußballer geheiratet. Klingt logisch! Italiener sind alles Machos, Dorfpolizisten sind strunzdumm und ihr Ex hat längst eine jüngere Neue, aber natürlich will er Francesca irgendwie doch zurück. Da wurde ganz tief in der Klischeekiste gewühlt.
Was mich überdies gestört hat, sind die sehr konstruierten Konflikte. Francescas "Gegenspielerin" Jaqueline, die Neue vom Ex, ist eine bekannte Köchin der veganen Küche und soll mit ihr zusammen den Kochkurs abhalten. Natürlich wusste Francesca das nicht! Natürlich wusste ihre Mangerin das nicht. Natürlich trägt die Veganerin Lederschuhe! Natürlich kann die Jaqueline nicht kochen! Natürlich nimmt die kiloweise Ersatzprodukte! Himmel hilf! Ich bin selbst keine Veganerin, aber sogar ich weiß, was für weltfremde und (Entschuldigung, Frau Jung, aber das ist Fakt!) strunzdumme Klischees das sind. Diese werden noch mehr ad absurdum geführt, wenn Francesca der Jaqueeline einen Vortrag zu regionalen Produkten hält und dann selbst Rohrzucker in ihre ach so italiensichen Pancakes (!) schmeißt.
Auch die Auflösung des Falles ist wirklich kein bisschen überzeugend.
Dieses Buch konnte ich leider gar nicht begeistern, ich kann es nicht weiterempfehlen.
Ja, eine alte Weisheit, hat sich leider mal wieder bestätigt.
In Margot Jungs Krimi "Liebe, Tod und Tofu" geht es um die Fernsehköchin Francesca Carlotti. Diese macht sich auf den Weg in die Berge um dort in einem Hotel einen Kochkurs zu geben, daraus wird aber leider nichts. Just als sie bei Weltuntergangswetter direkt auf dem Hotelparkplatz in einen harmloseren Autounfall verwickelt wird, geht eine Mure ab, das Tal ist von der Außenwelt abgeriegelt. Mit ihr sind nur eine Handvoll Gäste im Hotel, unglücklicherweise unter anderem ihr Ex- Mann mit seiner neuen Flamme und dessen alte Fußballfreunde. Und dann geschieht auch noch ein Mord...
Nun, fangen wir mal beim Plot an sich an. Die Idee des Mordes, wenn die potentiellen Verdächtigen alle bekannt sind, ist nicht neu. Nur hier reiht sich viel zu viel Zufall und Deus Ex Machina aneinander. Es schaffen es z.B. alle aus dem Kreis des "Mannschaftsrat" genannten Ex- Fußallerkreis ins Hotel, natürlich auch noch Francescas Sohn und Tochter und die Neue vom Ex, aber kein einziger Kochkurs- Teilnehmer oder sonstiger Hotelgast. Klingt unwahrscheinlich. Insbesondere der Grund warum Francescas Sohn da ist, wirkt extrem herbeifabuliert (klar, wenn ein Teenager Stress hat, dann fährt er zu Mama "auf die Arbeit" statt einfach nach Hause). Aber irgendeinen Grund braucht man ja, damit der Bub, für ein bissl mehr Familienchaos in der Geschichte, halt da ist. Und so geht es in der Geschichte immer nicht so ganz glaubwürdig weiter...
Die Zeichnung der Charaktere ist auch alles andere als fein. Francesca ist eine deutschlandweit bekannte Fernsehköchin- was qualifiziert sie dazu? Sie hat mal in einer Bar gejobbt und hat dann einen Fußballer geheiratet. Klingt logisch! Italiener sind alles Machos, Dorfpolizisten sind strunzdumm und ihr Ex hat längst eine jüngere Neue, aber natürlich will er Francesca irgendwie doch zurück. Da wurde ganz tief in der Klischeekiste gewühlt.
Was mich überdies gestört hat, sind die sehr konstruierten Konflikte. Francescas "Gegenspielerin" Jaqueline, die Neue vom Ex, ist eine bekannte Köchin der veganen Küche und soll mit ihr zusammen den Kochkurs abhalten. Natürlich wusste Francesca das nicht! Natürlich wusste ihre Mangerin das nicht. Natürlich trägt die Veganerin Lederschuhe! Natürlich kann die Jaqueline nicht kochen! Natürlich nimmt die kiloweise Ersatzprodukte! Himmel hilf! Ich bin selbst keine Veganerin, aber sogar ich weiß, was für weltfremde und (Entschuldigung, Frau Jung, aber das ist Fakt!) strunzdumme Klischees das sind. Diese werden noch mehr ad absurdum geführt, wenn Francesca der Jaqueeline einen Vortrag zu regionalen Produkten hält und dann selbst Rohrzucker in ihre ach so italiensichen Pancakes (!) schmeißt.
Auch die Auflösung des Falles ist wirklich kein bisschen überzeugend.
Dieses Buch konnte ich leider gar nicht begeistern, ich kann es nicht weiterempfehlen.
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